Das neue Medienjahr hat angefangen wie das alte aufgehört hat, zumindest was die Konferenzthemen angeht. Ob Medientage München oder zuletzt der Deutsche Medienkongress 2016 in Frankfurt: Wir sollen Angst haben. Was in der Politik die Flüchtlingskrise, ist in der Wirtschaft die digitale Disruption. In Marketing und PR sind positive Botschaften gefragt, beim Verkauf von Kongresstickets funktioniert das Gegenteil anscheinend besser. In jedem Fall sehen sich Fachbesucher auch von linearen Free-TV-Sendern sehr schnell unter Erklärungsdruck: Und? Was macht ihr gegen die Disruption? Seid ihr schon gewandelt oder müsst ihr bald weichen? Wir setzen Weichen für den Wandel, wäre ein passendes Bonmot.

2016 wird ein spannendes Jahr in der TV-Branche und darüber hinaus. Wir werden zwischen hektischen Kurswechseln und Managements der „ruhigen Hand“ einiges erleben. Ausgang offen. Bei den Branchentreffs ist aber eines spürbar: Die meisten Manager sind neugierig, veränderungswillig, aber auch gelassen selbstbewusst, was die Stärken ihres traditionellen Erlösmodelle angeht. Das inflationäre Gerede von der Disruption löst eher Heiterkeit als Panik aus. Das ist sympathisch und stimmt optimistisch.