Am Sonntag ist die „gamescom“ in Köln zu Ende gegangen. Sie gilt mit knapp 200.000 m² als die weltweit größte Messe für Computer- und Videospiele und ist das wichtigste Branchen-Event des Jahres. Auch dieses Mal war es wieder eine Messe der Superlative: Neuer Besucherrekord (345.000; +3%), noch mehr Aussteller (806; +14%), noch mehr Fläche, noch mehr Fachbesucher, noch Internationaler. Wenn man von den ganzen Fakten absieht, ist sie im Grunde genommen jedoch etwas Anderes: ein Ort an dem ganz besondere Menschen aufeinandertreffen, die im Herzen eine große Gemeinsamkeit haben – nämlich Games.

In Begleitung meiner Kollegen Benjamin und Julia bin ich bereits dienstags nach Köln gereist. Am Vorabend der Messe hatten wir Gelegenheit am traditionellen „Gamesköpfe Dinner“ teilzunehmen. Kurzum: Der perfekte Business-Start an dem ca. 100 internationale Gäste der Gamesbranche zusammenkommen, plaudern, netzwerken, den Visitenkartenaustausch „generalproben“ und die „Gronkhs“ dieser Welt sich mental auf den Messe-Marathon in geselliger Runde einstimmen.

Um 9 Uhr am Mittwochmorgen ging es dann los: der offizielle „Fachbesucher-Tag“. Ich erinnere mich wehmütig an die Jahre zurück, an denen der Messe-Mittwoch tatsächlich noch Fachbesucher-Charakter hatte. Entspannt konnte man dann durch die Entertainment-Hallen streifen, sich einen Überblick über die Stände verschaffen und wenn man wollte auch in Ruhe die ein oder andere Spiele-Neuheit austesten, ohne lange anstehen zu müssen. Seit ein paar Jahren ist dies leider nicht mehr möglich. Durch zahlreiche „Wildcards“ und vermeintliche Fachbesucher sind die Hallen bereits am Mittwoch ziemlich voll und geben einen kleinen Vorgeschmack auf das, was noch kommt: Viele Besucher, Gedränge, langes Anstehen und Wartezeiten von bis zu fünf Stunden.

Für uns nicht weiter schlimm, da wir uns die nächsten drei Tage hauptsächlich im Business-Bereich in den Hallen 2, 3 und 4 aufhalten um unsere Kooperationspartner und neuen Kontakte vor Ort zu treffen – schließlich sind wir im Auftrag von RTL2Spiele.de unterwegs. Wir lassen uns in den nächsten Tagen zahlreiche neue Online-, und Mobile-Games zeigen, die für unser Games-Porfolio eine sinnvolle Ergänzung darstellen, sprechen mit den Publishern über Optimierungen bei bestehenden Spielen und schmieden gemeinsam tolle Aktionen auf unserer Plattform aus.

Täglich um 20 Uhr schließen die Messehallen und für uns geht es dann weiter auf diverse Networking-Veranstaltungen. In lockerer Atmosphäre können wir hier ein Kölsch trinken und mit den Leuten anstoßen, mit denen wir tagsüber neue Deals ausgehandelt haben. Nach zehn Jahren in der Film- & Games-Branche ist die gamescom für mich ein großes Klassentreffen, bei dem man mit Geschäftspartnern, Mitstreitern, Publishern, Produzenten, Investoren und Journalisten gemeinsam an einem Tisch sitzt und das „Next Level of Entertainment“ feiert. Konkurrenzdenken ist hier nicht vorhanden, eher ist der Bedarf nach gemeinschaftlichem Speed-Dating entstanden um sich die langen Laufwege zu ersparen.

Freitags haben wir nochmal die Gelegenheit genutzt in den Entertainment-Bereich zu gehen und uns die prallgefüllten Hallen mit den Gamern anzuschauen. Die Messe stand dieses Jahr ganz unter dem Motto „Star Wars“, „Virtual Reality“, „E-Sports“ und „Cosplay“. Das Cosplay-Village entdeckten wir dieses Jahr zum ersten Mal und sind absolut begeistert von der Kreativität und Detailtreue der Kostüme. Großer Respekt gilt allen Cosplayern, die sich trotz Temperaturen von über 30° Celsius so anmutig in ihren aufwendigen Kostümen auf der Messe präsentiert haben. Das ist wahre Fanliebe, die nicht nur Gamerherzen höher schlagen lässt.

 

Abschließend möchte ich als bekennender Zombie-Fan an dieser Stelle erwähnen, dass ich die diesjährige Unterpräsenz an Zombie-Games und Walking-Acts auf der gamescom in keiner Weise unterstütze. Ich hoffe auf 2016.

Nach der gamescom ist vor der gamescom, der Countdown läuft, noch 371 Tage. Wie überbrücke ich diese lange Zeit jetzt? Vielleicht mit meiner neuen PS4, die ich mir am Samstag endlich gekauft habe.