Es gibt für das Münchner Oktoberfest nur zwei Vermeidungsszenarien:
Entweder man erträgt gerümpfte Nasen und soziale Ausgrenzung oder aber man bucht zufällig einen nicht anders zu legenden Urlaub. Letzteres ist mir dieses Jahr tatsächlich geglückt und so konnte ich Hasstiraden und Schelten aus dem näheren Umfeld umgehen. Nach zehn Tagen in der Sonne reise ich entspannt und siegessicher in die Hansestadt…nur um dort dann von ortskundigen Freunden ins Hofbräuhaus geschleppt zu werden, wo man heute  – natürlich – Tracht trägt und Helene Fischer hört.
Lange Einleitung, kurzer Sinn: Manchmal findet man in der Ferne das, was man längst zu Hause hat. So auch bei der Social Media Conference, die einen Tag nach meinem unerwartet sympathischen Exil-Bier-Erlebnis im Hamburger Riverside Hotel stattfindet: Zahlreiche Experten aus dem Fachbereich, jede Menge Wissensaustausch über etwas, das allen längst bekannt ist und jede Menge Networking.

akay

RTL II-Fachfrau Yasmin Akay

Die Social Media Conference ist die zweite ihrer Art und diskutiert Trends und Entwicklungen der Branche. Yasmin Akay, Teamleiterin Social Media bei RTL II, präsentierte hier Best Cases aus dem Unternehmen. Wie sie geht der Großteil der Speaker mit folgender Aussage d‘accord: Erfolgreiche Social-Media-Aktivität braucht „Daumenstopper“- statt „Drüberwischer“-Content. Soll heißen, wer auf der Timeline von Instagram, Facebook und Co. für Aufmerksamkeit sorgen will, muss sich etwas einfallen lassen und seine Zielgruppe genau kennen.
Weniger einig ist man sich indessen bei der Frage, ob man hierfür größere Summen für paid views investieren muss. Klar ist jedenfalls: Reichweite kann man kaufen, Aufmerksamkeit nicht.

Für letztere braucht es sinngemäß „Rückgrat“. Manche Redner sprechen von einer inneren Haltung, die es in der Außenkommunikation mit den Usern zu demonstrieren gilt, anderen sprechen vom Verlassen der Komfortzone, und der Wiener Robert Seeger (Agentur für Kommunikationskunst) appelliert: Be somebody’s lover, not everybody’s darling, nur Gegnerschaft erzeugt Fan! Soll heißen, traut euch was, liebe Firmenvertreter und seid schlagfertig!

Wer vom Fach ist, hört hier freilich nichts Neues, wohl aber, wie man das Ganze interdisziplinär besser verkauft. So berichten Unternehmensvertreter und Dienstleister unter anderem von diversen Reporting- und Evaluierungsmöglichkeiten, aber auch von begünstigenden Strukturierungsmöglichkeiten der Abteilung. Wer auch in diesem Bereich bereits ein alter Hase ist, kann die Veranstaltung zumindest zum Networken nutzen, und wenn alle Stricke reißen, tröstet man sich eben mit dem fantastischen Ausblick über den Hafen vom 22. Stock des Hotels aus.

Fazit: Katzen und Spock gehen immer #livelongandprosper, Twitter ist tot und Snapchat is coming!