1Zu Beginn der Oberstufenzeit habe ich zum ersten Mal eine TV-Produktion besucht und für mich stand sofort fest: Irgendetwas mit Fernsehen soll es später beruflich einmal werden. Um den Einstieg in die TV-Branche zu beschleunigen, habe ich mich für einen dualen Studienplatz bei RTL II beworben. Nach erfolgreicher Teilnahme am Assessment-Center und Vorstellungsgespräch bin ich nun einer von aktuell sieben dualen Studenten des Senders. Schon seit vielen Jahren bietet RTL II den Bachelor-Studiengang „BWL – Medien- und Kommunikationswirtschaft“ in Zusammenarbeit mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Ravensburg an. Das Besondere am dualen Studium ist dabei der Wechsel zwischen Theoriephase an der DHBW und Praxisphasen in Grünwald bei München im Dreimonatsrhythmus.

In der Theoriephase ergänzen sich allgemeine betriebswirtschaftliche Fächer wie Unternehmensrechnung, Mikroökonomik, Wirtschaftsmathematik oder Marktforschung sowie Medien- spezifische Vorlesungen wie Medienökonomie, Medienmarketing, Werberecht, Mediaplanung oder Informationsmanagement. Hervorzuheben ist die Praxisorientierung selbst in den Theoriephasen: Neben vielen externen Dozenten aus der Wirtschaft machen einen zahlreiche Projekte unter anderem mit Bildbearbeitungssoftware oder professionellem Filmequipment vertraut. Super ist auch die familiäre Atmosphäre in unserem Kurs. Durch die überschaubare Größe von 30 Studenten aus ganz Deutschland kennen wir uns untereinander sehr gut und verbringen auch außerhalb der Vorlesungen viel Zeit zusammen.

Glencoe: Kulisse für das Kindheitshaus von James Bond „Skyfall“

Glencoe: Kulisse für das Kindheitshaus von James Bond „Skyfall“

Wenn ich vorübergehend genug von Vorlesungen und Klausuren habe, steht meistens auch schon der nächste Praxiseinsatz bei RTL II in Grünwald an. Die Phasen im Unternehmen sind ideal, um einen umfassenden und vielseitigen Einblick in die Abläufe eines modernen Fernsehsenders zu bekommen und das Team dabei beispielsweise mit Auswertungen oder Präsentationen zu unterstützen. Angefangen bei der Technik habe ich bei RTL II in den letzten beiden Jahren außerdem die Stationen Programmplanung, Jugendschutz, Kommunikation, Marketing, Finanzbuchhaltung und Controlling durchlaufen. Dazu kommen Medienforschung und der Vertrieb beim hauseigenen Werbezeitenvermarkter EL CARTEL MEDIA. Im letzten Studienjahr warten jetzt noch Programmredaktion und der Bereich Digital auf mich. Die persönliche aber trotzdem professionelle Arbeitsatmosphäre scheint nicht nur mich, sondern auch viele ehemalige duale Studenten zu überzeugen, die noch immer bei RTL II tätig sind. Auch sportlich gesehen ist allerhand geboten: Der traditionelle Firmenlauf, ein Floßbau-Wettbewerb oder Tough Mudder sind beispielsweise Team-Events, für die nach Feierabend noch hart trainiert wird.

Besenflugstunde in Alnwick Castle alias Hogwarts

Besenflugstunde in Alnwick Castle alias Hogwarts

Wem das alles noch nicht an Abwechslung genügt, der kann die Möglichkeit nutzen, zusätzlich ein Auslandssemester zu machen. Aktuell schnuppere ich für vier Monate schottische Luft in Edinburgh. An der Napier University belege ich drei Module im Studiengang Business Management – entsprechend der Theoriephase in Ravensburg. Neben Lectures, Tutorials und Essays haben sich bei unerwartet sonnigem Wetter schon viele Gelegenheiten geboten, Stadt, Land und Leute kennenzulernen: Der West Highland Way (eine 150 km lange Wanderung durch die schottischen Highlands), die Isle of Skye und das Alnwick Castle zählen zu meinen bisherigen Highlights. Schottland hat landschaftlich sehr viel zu bieten, weshalb auch viele Filme an Orten in Schottland gedreht wurden. Die bekanntesten sind wohl Harry Potter und James Bond. (Auch ein großer Teil von Game of Thrones sollte im schottischen Trossachs Nationalpark gedreht werden. Doch aufgrund der fehlenden Produktions-Infrastruktur ist der Nationalpark lediglich Schauplatz für die Burg Winterfell in der ersten Pilotfolge.)

Wer ist härter? Tough Mudder

Wer ist härter? Tough Mudder

Bevor die Reise für mich im neuen Jahr dann wieder in Grünwald weitergeht, werde ich erstmal noch ein bisschen das hügelige Edinburgh inklusive Umgebung erkunden. Jetzt, wo das Wetter doch langsam Schottland-typische Gestalt annimmt, kann man sich aber auch einfach mal ohne schlechtes Gewissen den ein oder anderen Pub von innen angucken – nach erfolgreicher Lerneinheit für die Klausuren versteht sich 🙂

In diesem Sinne: Schöne Grüße aus Schottland!

Andreas