Vor drei Monaten hat Kathi Wörndl bei den RTL II News als Redakteurin und Moderatorin angefangen. Die erfahrene Journalistin ist für den neuen Job mitsamt Familie vom heimischen Salzburg in die Preußen-Kapitale Berlin umgezogen. Wie es ihr dabei erging erzählt sie hier…

Wie heisst es so schön? Wenn du anfängst dein Leben zu planen, fällt irgendwo im Hintergrund das Schicksal lachend vom Stuhl. Mein persönliches Schicksal muss einen nicht mehr aufhörenden Lachkrampf bekommen haben, als ich ziemlich genau vor einem Jahr in Matthias Walters Büro bei den RTL II News in der Behrenstrasse 19 Platz genommen habe.

Kathi Wörndl 8Ich kannte es bereits vom Casting, das einige Wochen zuvor stattfand – diesmal war ich interessanterweise nervöser. Kurz gehen mir die Bilder von dem besagten Tag durch den Kopf, an dem ich nicht nur die RTL II News erstmals „moderieren“ durfte – und das mit gewaltigen Augenringen, da ich noch an dem Tag bei meinem österreichischen Sender Frühstücksfernsehen hatte –, sondern auch auf die schönsten und talentiertesten Frauen Deutschlands getroffen bin und schon beim Reinkommen dachte: Ach, ist doch nett, das mal gesehen zu haben. Morgen geht’s wieder heim und gut ist es.

„Kathi, wir wollen dich!“ Matthias Stimme holte mich wieder zurück in das hippe Büro in Berlin Mitte. Moooment, Matthias, sorry: Gab es schon mal ein Erdbeben in Deutschland? Zumindest wurde mir in diesem Moment der Boden unter den Füßen weggezogen. Der Satz hatte nur vier Worte, aber er hat mal eben ALLES und das KOMPLETT auf den Kopf gestellt. Da war es also: das Ticket in das Abenteuer unseres Lebens.

Kathi Wörndl 5Aber von vorne. Oktober 2016: Ich lebe mit meiner Familie, sprich meinen beiden Kindern und meinem Mann (der zu dem Zeitpunkt auch schon nach Köln gependelt ist – nicht zur Zweitfamilie, sondern beruflich) in einem netten Knusperhäuschen im süßen, idyllischen, beschaulichen (okay, sehr beschaulichen), aber wunderschönen Salzburg in Österreich. Dort wo ich geboren bin, wo meine Familie wohnt. Wo ich seit 2008 bei ServusTV und dem Red Bull Mediahouse hunderte von Sendungen moderiert habe – vom Promi-Talk, Live-Event-Übertragungen, Unterhaltungsformaten, über Abendmagazine bis hin zum Frühstücksfernsehen – und als Redakteurin tätig war. Alles war gut. Aber alles war wie immer.

Bis jetzt. Denn nun war sie da: diese einmalige Möglichkeit, nicht nur diese spannende Aufgabe anzunehmen, sondern auch die Chance als Familie tatsächlich ein einzigartiges Abenteuer zu erleben. Während tausend Zweifel durch meinen Kopf geisterten, stand für meine Familie schon längst fest: „Mama, das ist so cool. Das machen wir! Und es kann ja nix passieren, wenn alle Stricke reißen, können wir jederzeit zurück.“ Hilfe! Wir gehen nach Berlin. Die Auswanderer 2.0. (sorry, falscher Sender.. ich weiß)

Jetzt sitze ich da, ein Jahr später, und bin ein Teil der RTL II-Familie. Ich wohne in Potsdam (ja gut, bin ja doch eine Kleinstadtpflanze), in einer Stadt, in der ich keinen Menschen und keine einzige Strasse zuvor kannte, 600 Kilometer von meiner Mutter, Schwester, den besten Freunden, den besten Freunden meiner Kinder und der Heimat entfernt und mit der größten Stadt Deutschlands vor der Türe.

Die Mäuse spielen gerade mit ihren Schulfreunden, und wenn ich in die Arbeit fahre und das Brandenburger Tor vor mir steht, kommt einem das alles oft ganz schön unwirklich vor. Und die Zeit rinnt: Genau vor drei Monaten hatte ich meinen ersten Arbeitstag bei den RTL II News, und gerade die ersten Wochen waren sehr aufregend. Fast so wie ein erster Schultag. Somit konnte ich nur allzu gut nachvollziehen, wie es meinen beiden kleinen Helden geht. Aber wie sie wurde auch ich unheimlich herzlich von meinem neuen Chef und den großartigen neuen Kollegen empfangen, die ich bereits bei vorangegangenen Besuchen kennenlernen durfte.

Kathi Wörndl 4Ich hätte es so gut verstanden, wenn wer an die Decke gegangen wäre – aber nein, ich durfte tausend Fragen stellen, ohne dass mich jemand auch nur im Ansatz schief angeschaut hat. Und das musste ich auch. Es war tatsächlich alles neu. Anderer Sender, andere Sitten, andere Programme, andere Abläufe.

Ja, und dann war es auch soweit: nach 9 Tagen, am 9.9. (fast kitschig, andere würden heiraten) meine Premiere: Mein erstes Mal vor der Kamera als neues Mitglied im Moderatorenteam der RTL II News neben Steffi und Christoph. Sehr aufregend, schließlich waren die Fußstapfen von Sandra Kuhn groß, News für mich Neuland und dann noch in Deutschland. Mit Letzterem ging auch ein Traum in Erfüllung. Aber ich kann schon jetzt sagen: Es macht großen Spaß. Klar steigt der Puls am Anfang der Sendung, aber nach und nach fühle ich mich wie Zuhause im Studio. Und meine ersten Schritte in der RTL II-Familie waren toll und vielfältig!

Ich verfolge die RTL II News schon seit Jahren als Seherin und ich mochte schon immer die Art, wie berichtet wird: nicht von oben herab, nah am Zuschauer dran. Alle wichtigen Infos des Tages werden nicht verkompliziert, sondern verständlich und am Punkt wiedergegeben, und die Themen reichen über Politik weit hinaus.

Seit ich mittendrin bin, ist mir noch ein Stück bewusster, mit welcher Leidenschaft und Sorgfalt hier die News gemacht werden: von der Themenfindung bis zur Umsetzung. In kürzester Zeit werden Beiträge erschaffen, die in meinen Augen immer noch etwas mehr zu bieten haben – und das zeigt sich besonders daran, wie die Kollegen und Kolleginnen an die Themen rangehen, und an der bildlichen Umsetzung, bei der ich immer wieder erstaunt bin, was sie sich einfallen lassen.

Kathi WörndlAuch der Mix aus der klassischen Sendung, der Website und den Social-Media-Kanälen ist für mich einzigartig. Schon im ersten Monat durfte ich bei unserer Facebook-Live-Sondersendung rund um die Bundestagswahl dabei sein. Auch wenn wir jeden Mittwoch die Zuschauer live mit ins Studio nehmen und dann nach der Sendung noch mit ihnen plaudern, viele Fragen beantworten und so in direktem Austausch sind, ist das für mich noch immer eine ganz neue, aber sehr coole Erfahrung.

So nah war ich zuvor definitiv noch nie am Publikum dran, und es ist echt spannend direkt plaudern zu können. Auch wenn ich anfangs etwas aufgeregt war, was da wohl kommt, haben mich die Zuschauer sehr positiv empfangen, und es ist eine tolle Möglichkeit so mit ihnen in Kontakt zu sein und mir auch direkt Feedback zu holen. Schöner Nebeneffekt: Viele Freunde, Familie und alte Arbeitskollegen sind regelmäßig dabei. Da muss ich dann schmunzeln, wenn sie sich auch zu Wort melden. Aber das macht es eben aus, wo hat man das schon sonst?

Aber ich habe auch sonst viel gelernt: Wo es mittags den besten Salat in Mitte gibt (halleluja, wird in Berlin viel Salat gegessen, oder kommt mir das nur so vor? :)), wie ich mit einigen österreichischen Vokabeln bei meinen Kollegen in der Sitzung für Ratlosigkeit sorge („der ist doch in den Häfn gewandert, oder?“), aber auch, dass ich es hier mit einem Team zu tun habe, das unfassbar freundschaftlich und herzlich miteinander umgeht, und dass dieser verrückte Haufen ganz besonders ist: Hier wird jeder wertgeschätzt und hier wird sehr darauf geachtet, dass sich alle wohlfühlen.

Kathi Wörndl 7Und das hat mir am Anfang sehr geholfen – zumal ich ehrlich sagen muss, dass ich den Umzug mit allem was dazu gehört, unterschätzt habe. Deutschland und Österreich verbindet zwar die Sprache (größtenteils zumindest), aber sonst ticken die beiden Länder ganz unterschiedlich. Und das ist mir trotz deutschem Ehemann nicht so bewusst gewesen. Das sind oft Kleinigkeiten: von der Müllabfuhr, Briefkästen (never ever zuvor gehört, dass es verschiedene Farben gibt und man nicht jeden nützen kann) bis zum Schulsystem.

Und so großartig die Kids mit der neuen Situation umgehen und die Entscheidung kein einziges Mal in Frage gestellt haben (und damit ist für eine Mami natürlich die halbe Miete bezahlt), denkt man oft an Zuhause, an alle die, die hier unfassbar fehlen, an die Berge.

Und dann packt man die Familie ein, spaziert entlang der wunderschönen Seen Potsdams, entdeckt Berlin mit all seinen vielen Facetten, trifft Leute, die man sonst nie kennengelernt hätte, nimmt so viele Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnisse des Tages am Abend mit ins Bett und freut sich jeden Tag aufs Neue, diesen Schritt tatsächlich gemacht zu haben. Tja, Schicksal.