Bitte was?

Ja, „Extrem“ versteht man noch, wobei dem ein oder anderen bestimmt gleich mehrere Formate bei RTL II in den Sinn kommen.

Aber „crossmedial“? Irgendwas mit Medien halt und über Kreuz. Also dann viele Medien und irgendwie verknüpft?

Wikipedia erklärt es so: Crossmedia bezeichnet die Kommunikation über mehrere inhaltlich, gestalterisch und redaktionell verknüpfte Kanäle, die den Nutzer zielgerichtet über die verschiedenen Medien führt und auf einen Rückkanal verweist.

Amen.

Aber genauso läuft es, zumindest bei „Extrem Schwer“. Für die 3. Staffel hat sich ein Team aus On-Air-, Online- und Social-Media-Experten zusammengefunden, um das On-Air-Format durch ein solches Multi-Channel-Konzept zu erweitern. Konkret heißt das: Es wird mit Nutzern zielgerichtet über mehrere Kanäle kommuniziert. Frei nach dem Motto: Content ist King!

Wie das aussieht?

Ab Tag 1 der TV-Produktion ist es erstmalig möglich hinter die Kulissen dieses TV-Formats zu blicken. Konkret können die vier extrem schweren Kandidaten 300 Tage lang beim Abnehmprozess online begleitet und beobachtet werden. Mit Profilen auf Facebook und Instagram werden neue Zielgruppen und somit potentielle Zuschauer täglich mit aufbereitetem Behind-the-Scenes-Material versorgt und für extended versions auf rtl2.de weitergeleitet. In regelmäßigen Abständen werden die Fortschritte der Kandidaten auf ihrem Weg in ein neues Leben mit Fotos und Videos dokumentiert. Alle Höhen und Tiefen der Kandidaten sowie der Produktion werden dabei bespielt.

Und nicht nur das: Die Community, die sich auf den Plattformen sammelt, wird dazu aufgerufen selbst in Bewegung zu kommen: Nicht nur die Protagonisten sollen motiviert werden, sondern auch die Community ist aufgerufen aktiv zu werden und etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Das ist auch das langfristige Ziel des Digital-Konzeptes, übergreifend und ganzheitlich Gesundheit begreifen und anzuwenden.

Für ein reibungsloses Channel-Management trifft sich unser Cockpit-Team wöchentlich in einem Jour fixe, um alle dafür notwendigen Maßnahmen zu besprechen. Auch kurze Meetings innerhalb der Bereiche oder zwischen einzelnen Bereichen sind an der Tagesordnung. Da heißt es: TV meets Online. Social Media meets TV und das daily. Keiner denkt hier mehr für seinen eigenen Bereich, und es kommt immer öfter vor, dass wir die Workflows verändern müssen, weil wir merken, wie sich unsere Arbeitsweise durch den 360°-Blick ganz von alleine ändert – und zwar zum besseren.

Es wird gebrainstormt, konzipiert und immer wieder optimiert. Tägliche Telefonkonferenzen mit der für dieses Projekt extra eingesetzten Online-Redakteurin der Produktionsfirma in Köln gewährleisten, dass genügend Material neben der eigentlichen Produktion des On-Air-Formats generiert wird. Alle digitalen Kanäle werden so täglich mit Trainings-Tipps, Rezepten, Sportübungen und vielen Sonderaktionen befüllt. Und langsam bekommen das auch die „Extrem Schwer“-Fans mit. Denn die Abrufe, Likes und Follower-Zahlen steigen täglich.

Ich nehme in diesem Cockpit eine 360°-Schnittstellenfunktion ein und kommuniziere – eigentlich aus dem On-Air-Bereich kommend – die Interessen von On-Air-, Online-, und Social-Media-Department mit der zuständigen Online-Redakteurin und umgekehrt. Auch bin ich öfters selbst vor Ort, ganz nah dran an den Kandidaten, um stellvertretend für den Sender Ideen zu entwickeln und Material für die Kanäle zu generieren. Das macht viel Spaß, weil es mich täglich herausfordert. Denn durch den 360°-Blick betrachten wir das Produkt „Extrem Schwer“ von allen Seiten und müssen natürlich auch für jede dieser Seiten überlegen, wie diese am besten zur Geltung kommen. Aber warum das alles?

Durch die Streuung des Materials auf den crossmedialen Kanälen wollen wir die Marke „Extrem Schwer“ auch jenseits von TV aufladen und die User an diese binden, um so steigende Quoteneffekte für die vier Ausstrahlungen im Herbst zu erzielen.

In einer Zeit der Fragmentierung und des Aufbruchs in neue Märkte kann nur eine stringente 360°-Betrachtung eine ganzheitliche Wertschöpfung gewährleisten. Das ist innovativ und notwendig zugleich. Denn durch die steigende Fragmentierung ist es überlebenswichtig, sich im Kampf um Quote von der Masse abzuheben und vor allem im Kampf um mediale Aufmerksamkeit neue mediale Märkte für sich zu gewinnen.

„Extrem Schwer“ ist bei uns ein Beispiel unter vielen und zeigt wieder, dass sich RTL II längst nicht mehr nur als TV-Sender versteht, sondern zu einem digitalen Medienhaus wird. Ein Medienhaus, das verstehen lernt: Um wachsen zu können, muss man Grenzen überschreiten.

360° heißt nicht, sich einmal um die eigene Achse zu drehen, sondern, dass der Blick in andere Bereiche geht und die inhaltliche Auseinandersetzung mit diesen gelebt wird.

Ich finde: Nur eine so gelebte Unternehmenskultur kann der Grundstein für ein erfolgreiches Unternehmen dieser Tage sein.
Extrem schwer? Extrem crossmedial eben!