Zu den vielfältigen Einstiegsmöglichkeiten bei RTL II und El Cartel Media für Talente, die „was mit Medien machen“ wollen, gehört die Möglichkeit des Dualen Studiums. Schon seit vielen Jahren bietet RTL II den Bachelor-Studiengang „BWL – Medien- und Kommunikationswirtschaft“ in Zusammenarbeit mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Ravensburg an. Das schließt spannende Auslandsaufenthalte ein, wie hier schon Andreas Schmickler berichtete. Im folgenden Beitrag lässt uns die Duale Studentin Fabienne Baumann an ihren Erfahrungen in der Volksrepublik China teilhaben…

Am Ende einer jeden Schulzeit ist man erleichtert und froh, das Zeugnis in der Hand zu halten. Mit dem Abitur in der Tasche war auch ich sehr optimistisch und motiviert. Aufgrund meiner Interessen und gesammelten Erfahrungen bewarb ich mich bei RTL II für das duale Studium. Diese Entscheidung forderte zunächst viel Flexibilität und Organisation, brachte aber auch jede Menge Erfahrung und Abwechslung mit sich. Das Besondere am dualen Studium ist nämlich der Wechsel zwischen den Theoriephasen an der DHBW (Duale Hochschule Baden-Württemberg) und den Praxisphasen beim jeweiligen Unternehmen im Dreimonatsrhythmus. Bei mir bedeutet dies der Besuch der Vorlesungen in Ravensburg und die berufliche Erfahrung in Grünwald bei RTL II zu sammeln.

Zu Beginn des Studiums standen viele neue Herausforderungen und Möglichkeiten an, die noch in weiter Ferne schienen. Doch dann war er plötzlich da, der Tag, an dem man sich für oder gegen ein Auslandsemester entscheiden musste. Zum Glück halfen mir bei der Entscheidung nicht nur das International Office der DHBW, sondern auch Erfahrungsberichte ehemaliger Studenten weiter.

Nach zahlreichen Gesprächen und Tipps entschied ich mich schließlich für ein weit entferntes Land: China! Das Reich der Mitte! Hier soll eine meiner Theoriephasen stattfinden!

Am 14. September 2016 ging’s dann nach sieben Impfungen, einem kompliziertem Visum-Antrag und stressreichem Kofferpacken endlich los! Die 15-stündige Reise ins 8.662 km entfernte Shanghai mit Zwischenstopp in London stand bevor. Was ich da noch nicht wusste: Das werden die letzten ruhigen, erholsamen und normalen Stunden für die nächsten 3,5 Monate gewesen sein! 😀

In der Metropole mit 23 Millionen Einwohnern angekommen, machte ich mich zunächst auf die Suche nach einer Unterkunft, diese fand ich innerhalb von zwei Tagen.

An der ausgewählten Universität (SSPU-Shanghai Second Polytechnic University) ging dann auch schon das Semester los: Einführungsveranstaltung an einem Sonntagmorgen (Wochenende gilt in China als überbewertet und existiert in dem Sinne gar nicht). Neben allgemeinen Informationen und Regeln zu Vorlesungen und Klausuren, führt uns ein Mitarbeiter der Universität auch über den Campus.

Die Universität liegt eine Stunde vom Zentrum entfernt, bei der Führung erklärt sich warum: Das saubere und gepflegte Gelände ist riesig und wie eine eigene Kleinstadt: 22 Vorlesungsgebäude, 4 Mensagebäude, ein Friseur, Uhren- und Brillenladen, Supermärkte sowie unzählige Blockhäuser, in denen die 12.000 Studierenden untergebracht werden. Alles „etwas“ größer und gigantischer als im beschaulichen Ravensburg. Dort finden die Vorlesungen nämlich in normalen Klassenzimmern mit durchschnittlich 30 Mitstudierenden statt.

In meinem Studiengang „BWL – Medien- und Kommunikationswirtschaft – Digital und Print“ belegen wir an der DHBW Fächer wie BWL, VWL, Recht, Medienmanagement, Marketing, Gestaltungsgrundlagen, Kommunikationstheorie, Marktforschung, Organisation und Personal. Parallel dazu belegte ich an der Universität in Shanghai die Module Electronic Business Case Study, Video Composition, International Economics, Chinese Business Culture, International Business und Basic Chinese for Foreigners. Einige Vorlesungen fanden gemeinsam mit den chinesischen Studenten statt, andere wurden nur von internationalen Studenten besucht. Bis auf den Chinesisch-Kurs, in dem uns die Grundbausteine der chinesischen Sprache beigebracht wurden, bemühten sich die Dozenten alle anderen Vorlesungen auf Englisch zu halten.

Neben schriftlichen Klausuren, Hausarbeiten und Präsentationen war auch die Zusammenarbeit mit den chinesischen Studenten eine Herausforderung, da die Denkweisen und Meinungen oft weit auseinandergehen. Die kulturübergreifenden Projekte brachten aber auch jede Menge Erfahrung und Spaß mit sich!

Besonders interessant waren die Fächer, in denen wir etwas über die chinesische Unternehmenskultur kennen lernen durften, da es diese Möglichkeit an der DHBW nicht gibt. Das Modul Video Composition war sehr abwechslungsreich, auch diesen Bereich decken die Vorlesungen an der DHBW nicht ab. So hatte ich die Möglichkeit etwas über das Schneiden und Bearbeiten von Videos mit Adobe After Effects zu lernen.

Neben Vorlesung und Uni-Anforderungen nutzte ich jede Gelegenheit, um Stadt, Land, Leute, Kultur und auch etwas vom Nachtleben kennen zu lernen. Auch an das chinesische Essen tastete ich mich heran, das sich als äußerst lecker und interessant herausstellte. Ente süßsauer und gebratene Nudeln zählen übrigens nicht zur typisch chinesischen Küche, genauso wenig wie Katze 😉

Eines der prägendsten Ereignisse war natürlich der Besuch Pekings inklusive Verbotene Stadt, Chinesische Mauer und Tian’anmen-Platz (Platz des Himmlischen Friedens). Weitere Highlights waren die Stadt Xi’an, der Besuch der Terrakotta-Armee (Mausoleum Qin Shihuangdis) sowie der Berg Mount Huashan, auf dem ein „Plank Walk in the Sky“ auf einem Holzbrett in 2.160 m gewagt werden konnte; erwähnenswert auch die äußerst sichere chinesische Kletterausrüstung 😉

Nicht zu vergessen sind auch die Ausflüge zu Reisfeldern bei der südlichen Stadt Guilin sowie die Bambusbootfahrt auf dem Li River durch herrliche See- und Berglandschaften. China mit seinen vielen Facetten und Landschaften bietet sogar Hawaii-Feeling auf der Insel Hainan, welche ein großartiges Reiseziel war. Ob am weißen Strand, im klaren Wasser, auf Affen-Bergen oder im tropischen Regenwald, eine frische Kokosnuss lässt sich hier überall genießen.

Letztlich war auch Shanghai, was ich 3,5 Monate mein Zuhause nennen durfte, ein einzigartiger Ort mit all dem Trubel und Verkehr, den verrückten Leuten, dem Fake-Markt, der traumhaften Altstadt und nicht zu vergessen den unzähligen Roof Top Bars und Clubs mit einer wunderbaren Sicht auf die Skyline Shanghais.

Tolle Erinnerungen bleiben auch die Fashion Week, die Formel 1-Rennstrecke, ein außergewöhnlicher chinesischer Zirkus, das Expo-Gelände sowie das Disneyland Shanghai. Diese einzigartige Stadt glänzt mit vier Paulaner-Standorten, an denen durch Veranstaltungen wie das Oktoberfest und der Weihnachtsmarkt sogar ein Stück Heimat gefühlt werden konnte.

Heute, zurück in Grünwald, erscheint alles so winzig, ruhig und normal. Die Rush-Hour in München ist im Vergleich erholsam. Obwohl ich die Zeit in China jetzt schon vermisse, habe ich von Ess-Stäbchen und Squad-Toiletten erst einmal genug und freue mich wieder einem geregelten Alltag nachgehen zu können, in dem ich die vielen Eindrücke noch verarbeiten und wirken lassen kann. Dankbar blicke ich auf 14 aufregende Wochen zurück und bin froh, dass RTL II mir solche Chancen und Erfahrungen überhaupt erst ermöglicht hat! J

In diesem Sinne: Danke und 再见 (zàijiàn=Auf Wiedersehen!)

Fabienne

Und hier die Bilder zum Bericht…