Die dmexco ist seit Jahren die größte internationale Leitmesse für digitales Marketing und kann nicht nur Neulinge schnell überfordern. Darum war mein diesjähriger Besuch in Köln-Deutz lange vorbereitet – schließlich wartete ein zweitägiger Business-Triathlon mit über 200 Stunden Programm, 500 Top-Speakern und über 800 Ausstellern. Ein Rekord, der seinen Preis hat, denn Kurzentschlossene mussten erstmals für die bisher kostenlose Messe bis zu knapp 400 EUR löhnen, um die digitale Welt zum Anfassen zu erleben. Aber von vorne…

Messehallen

Hotel und Flug bekommt nur derjenige, der rechtzeitig gebucht hat –natürlich mindestens ein halbes Jahr im Voraus und zu gewohnt saftigen Preisen, als plane man eine Fernreise ins Silicon Valley. Aber eigentlich wartete vor Ort genau das. Ein Zusammentreffen mächtiger Digital-Konzerne, kreativer Start-ups und namhafter Vertreter der Medienbranche. Eine bunte Welt, die sich für zwei Tage am Rhein vereinte und sich zu neuen Technologien, Marketingmodellen und Trends austauscht.

Welche Themen die Digital-Branche beschäftigen, wurde schnell bei der ersten Runde durch die Messehallen deutlich: Programmatic Lösungen, Big Data, Mobile-Technologien und Content-Marketing. Fokusthemen, mit denen wir uns derzeit auch in der Vermarktung bei El Cartel Media intensiv beschäftigen und die sich vor allem auch im breiten Seminar- und Kongressangebot wiederfinden.

Aber auch hier geht nichts ohne gute Vorbereitung. Mein akribisch vorbereiterer „Conference Plan“ über die neue Mobile App war jedoch nur digital ein Idealszenario. Vor Ort herrschte haptisches Gedränge und selten Chance auf einen begehrten Platz im Auditorium. Wer aber Glück auf eine solche Gelegenheit hatte, konnte wichtige Größen der Branchen hautnah erleben und verspürte durch zahlreiche internationale Speaker wirklich einen Hauch vom Spirit der kalifornischen Metropolregion.

Einige neue Kontakte und Denkanstöße lassen sich hier sicher gut verwerten, denn ein digitales Medienhaus wie RTL II muss Trends nicht nur schnell erkennen, sondern auch unmittelbar an den Kunden und Zuschauer tragen. Programmatische und auch adressierbare Lösungen sind aktuell natürlich ein brandheißes Thema!

In den kurzen Slots zwischen Seminaren und Terminen wird dann natürlich auch das heimische Spielfeld beäugt. Was gibt es bei den deutschen Playern Neues und wer ist gänzlich neu in der Szene? Schließlich kennt jeder jeden, und alljährlich umschleicht einem das vertraute Gefühl, als sei man zum großen Klassentreffen unterwegs. Ehemalige Kollegen, Kommilitonen und gute Bekannte der Branche – alle sind sie da.

Messeausbeute

Besonders auffällig aber: Spätestens seit dieser dmexco mischen auch bisher eher traditionelle Unternehmer im digitalen Business mit. Zusammen ist man eben doch stärker. Zumindest wenn es ums Geschäft geht, denn gefeiert wird wieder getrennt. Hier hat jeder nach Messeschluss seine eigene Standparty, die natürlich größer und lauter sein muss, als der Wettbewerb nebenan. Noch nie gab es so zahlreiche Möglichkeiten für ein abschließendes Feierabendgetränk.

Da braucht es auch keine Messepartys, die ebenso zahlreich in ganz Köln angeboten wurden. Diese Herausforderung habe ich mir in diesem Jahr nach Terminen im Halbstunden-Takt gespart, um den zweiten Tag selbst mit einem persönlichen Rekord abzuschließen… die sechsstellige Höchstleistung mit meinem Schrittzähler! Liebe Messeveranstalter, danke für diese sportliche Herausforderung!

Am Ende der beiden Tage bleibt nur das Rätsel um neue Rekorde in 2016. Mein persönlicher Wunsch wäre manchmal auch einfach nur mehr Inhalt auf vielen Messeständen statt nur mehr Fläche. Aber wer weiß, vielleicht zeigen wir im kommenden Jahr einfach selbst, wie das geht…